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Projekt Körper kontra Seele

Szenische Aufführung des Werkes

für Soli, Chor und Orchester

von Emilio de Cavalieri (um 1550-1602)

in deutscher Sprache!

Originaltitel:

La Rappresentazione di Anima e di Corpo


 

 

 

 

Projektidee

Mit seinem Werk „La Rappresentazione di Anima e di Corpo“ legte Emilio de Cavalieri zu Beginn des 17. Jahrhunderts den Grundstein für die musikalische Gattung „Oper“. Seine Mixtur aus Mysterienspiel und Musiktheater, als rezitativisch und arios vorgetragenes Zwiegespräch von Seele (Anima) und Körper (Corpo) angelegt, zeugt nicht nur von seinen herausragenden Fähigkeiten in der Erzeugung facettenreicher Klangfarben, sondern entwik-kelte auch bestehende Kompositionstechniken weiter, die ganze Komponistengenerationen nach ihm prägen sollten.

Auf der Bühne zu sehen ist dieses wegweisende Werk indes nur selten - dabei drängt sich die Relevanz von dessen Inhalt und Wirkungsintention geradezu auf: Die Thematik wird in ihrem Kern mit künstlerischen Mitteln hochaktuell zur Aussage gebracht. Text, Musik, bild-liche und szenische Gestaltung verbinden sich zu einem kunstvollen und einzigartigen Diskurs. Dem Publikum bietet sich hier Gelegenheit, in seinem alltäglichen Tun innezuhalten und die festgetretenen Pfade des eigenen Lebens zu reflektieren.

Wir inszenieren unter Mitwirkung professioneller Sänger, Instrumentalisten und Ensembles sowie unter Einbeziehung modernster technischer Visualisierungsmittel den Stoff der Kirchen-oper dergestalt, indem Gegenwart, Vergangenheit und Zukunft sich zu einem Kräftestrom zwischen Kunst und Religion bündelt. Unvergessliche, aufrüttelnde Geschehnisse werden Künstler und Publikum zu einer Erlebnisgemeinde vereinigen.


 


 

Einbindung kultureller Bildung

Die Aufführungen einens begleitendes Bildungsprojekt, mit dem Bestreben einer eigen-ständigen Theaterversion des Stoffes, das in Kooperation mit verschiedenen hannoverschen schulischen Einrichtungen realisiert wird, soll das Werk, dessen Inhalt und Bedeutung jungen Menschen nahe bringen. So wird in diesem Zusammenhang auch ein anschaulicher Zugang zu einer der einflussreichsten epochalen europäischen Kultur- und Musikgeschichte ermöglicht. Unter Anleitung von Fachlehrkräften beschäftigen sich die Jugendlichen im Alter von 12 bis 18 Jahren aus verschiedenen Blickwinkeln (Musik, Theater, Philo-sophie) mit der Kirchenoper: Fragestellungen zum Glauben und der eigenen Einstellung zu Gott werden diskutiert, musikalisches Material wird analysiert und einstudiert und entsprechende Episoden szenisch dargestellt. Immer wieder wird dabei auch der Bezug zur heutigen Lebenswelt der Jugendlichen gesucht.


 

 


 

Impulse für die Region

Das Projekt bietet Anlass dazu, bestehende Kooperationen innerhalb der Szene der ‚Alten Musik’ zu intensivieren und neue zu ermöglichen: Etablierte Profi-Ensembles wie La Festa Musicale oder das Johann Rosenmüller-Ensemble haben bereits ihre Bereitschaft zur Teil-nahme an den Aufführungen erklärt; eine organisatorische wie auch künstlerische Ko-operation mit dem Ensemble „Oper auf dem Lande“ ermöglicht zudem eine außer-gewöhnliche musikalische Qualität der Umsetzung und stellt den Kontakt zu weiteren Mitwirkenden aus dem Kreise Studierender und Absolventen von der Hochschule für Musik, Theater und Mesien Hannover sicher. Mehrere Gesangsolisten aus diesem Ensemble äußerten bereits ihr Interesse zur Mitwirkung.


 

Innovationsgehalt

Mit Tosh Leykum konnte ein ausdrucksstarker und kreativer Künstler aus dem Bereich Video-Projektion / Visual Art für das Projekt gewonnen werden. Neuartige visuelle Dar-stellungsformen wie großflächige digital gesteuerte Farbprojektionen und eigens angefertigte Videoclips aus dem aktuellen Zeitgeschehen entfalten den historischen Geist des Stückes im Hier und Heute, erweitern die musikalischen und szenischen Gestaltungs-formen um eine weitere Wahrnehmungsebene, heben räumliche Begrenzungen ebenso wie zeitliche Distanzen auf. In der Kombination vielschichtiger Hör- und Seheindrücke wird das Publikum analog zum wechselhaften Bühnengeschehen in Szenen von erschütternder Dramatik oder bezaubernder Schönheit entführt.


 

Zielsetzungen & Zusammenfassung

Die Aufführung dieses bedeutenden und dennoch selten realisierten Werkes ist in der Lage Hannover als Kulturstandort für Alte Musik zu stärken und zu einer Profilierung der Landeshauptstadt in diesem Bereich beizutragen. Durch die Verknüpfung der Aufführungen mit einem begleitenden, von qualifizierten pädagogischen Fachkräften durchgeführten Bildungsprojekt kann hier kulturelle Bildung praxisbezogen und zielgruppenorientiert für verschiedene Altersgruppen geleistet werden. Die Einbindung von verschiedensten regionalen Musik- und Kulturakteuren, kirchlichen Trägern sowie Studierenden und Lehrenden der Hannoverschen Hochschulen bietet zeitgleich vielfältige konkrete Vernetzungsmomente, die den regionalen Akteuren aus Kultur, Wissenschaft und Bildung langfristig nutzen.


 

geplante Aufführungsorte:

Neustädter Hof- und Stadtkirche, St. Johannis Hannover

UNESCO-Weltkulturerbe-Basilika St. Michaelis, Hildesheim (Zusage vom ansässigen Kirchenvorstand liegt vor)


 

Erweiterung zum Europa-Projekt

Das Aufzeigen der Kulturhistorischen Entwicklung Europas,

ausgehend vom Beginn des Barockzeitalters in Italien um 1600.

Streben nach interdisziplinärer Ausrichtung.

Mit der musikalischen Entfaltung des neugeschaffenen Genres 'Oper' auf europäischem Boden ist einhergehend die Einflußnahme von italienischen Baumeistern, Malern, Musikern, Philosophen, Schriftstellern zu suchen, deren Schaffenskraft auch speziell bei der Gründung und Ausgestaltung der Calenberger Neustadt, sowie der imposanten Barockgarten- und Schloßanlage in Herrenhausen eine Rolle spielten. Im Zuge dieser Entwicklungsströme kam es bekanntlich zur höchsten Entfaltung höfischer Barockkultur im Hause der Welfen, welche schließlich zur Wahl der Stadt Hannover als Residenzstadt des Kurfürstentums führte.

Gleichwohl ist der musikgeschichtliche Entwicklungsgang von den Anfängen der Oper von Bedeutung, der über die aristokratischen Kulturzentren in ganz Europa seine Ausprägung in der Vorliebe für italienische Barockopern formte.

Um die gesamte Breite europäischer Kulturgeschichte sowohl in musikalischer als auch in architektonischer und geisteswissenschaftlicher Hinsicht erfassen zu können, dergestalt eines sich herausbildenden barocken Lebensgefühls, sind wir an aufschlussreicher Kenntnisnahme vergleichbarer Entwicklungen in europäischen Metropolen interessiert, die ihre spezifisch kulturgeschichtlichen Errungenschaften auch in diesem Sinne neu beleben möchten.


 

Wissenschaftliche Begleitung

Die Aufführung von Cavalieris Kirchenoper am Standort Hannover bietet hervorragende Ansätze für eine intensive musikwissen-schaftliche Auseinandersetzung mit der Epoche, in der das Werk entstanden ist, sowie seinen inhaltlichen Aspekten. Schließlich waren Aufführungen von italienischen Barockopern am kurfürstlichen Hofe in Hannover äußerst beliebt und geschätzt. Hier werden wissen-schaftliche Studien zum Gesamtprojekt eine erweiterte Ausrichtung erfahren müssen : Die Ursprünge der Oper sind zu suchen bis hin zu den Gegensätzlichkeiten in der der entstandenen Barockkultur: Chaos und Ordnung, Lebenslust und Frömmigkeit, Elend und Prunk . Die Widersprüche spiegeln sich im Denken der Zeit. Welche Komponisten wurden wann und in welcher Beziehung von der früh-barocken Kompositionsweise beeinflusst ? Die personellen Verbindungen zu den (deut-schen) Fürstenhäusern sind zu suchen, insbesondere innerhalb des Welfengeschlechtes um die Linie Braunschweig-Lüneburg-Hannover und vieles mehr.

In dieser Findungsphase sind wir bemüht um das Gewinnen weiterer Partnerstädte der EU, die sich dem Projekt anschließen möchten;

auch in Anlehnung an eigene Vorhaben in Bezug auf Projekte gegebenenfalls mit anderen Schwerpunkten in Architektur,

Bildender Kunst und Literatur.